Pferdesportregion Harzvorland e.V.  -
gemeinsam erfolgreich

Reitsport in der Kritik - sind Pferde nur Konsumgüter?

"Mit Bällen und Bändern auf dem Reitplatz" - so lautete die Schlagzeile in der Braunschweiger Zeitung am 17. August 2019. "Pferde sind nur Konsumgüter" wurde dann am 30. August 2019 in einem Leserbrief veröffentlicht. Was ist dran an den kritischen Berichten?

Beginnen wir mal ganz von vorn. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte das Pferd als Fortbewegungsmittel ausgedient. Lediglich einige Landwirte oder gutsituierte Leute konnten es sich leisten, das Reiten als Sport auszuüben. Für die Massen war es schlicht unerschwinglich. Trotzdem gab es auch in diesen schweren Zeiten „Pferdeverrückte“, die nach Wegen suchten, mit dem Partner Pferd gemeinsame Zeit zu verbringen. Die ersten Reitvereine entstanden.

Durch gemeinschaftliche und ehrenamtliche Arbeit konnte dank der Vereine immer mehr Interessierten die Möglichkeit geboten werden, Pferdesport auszuüben, ob als Reiter, Fahrer oder Voltigierer. Die Möglichkeiten wuchsen stetig. Diese Entwicklung trug maßgeblich mit dazu bei, dass das Pferd nicht vollständig von der Bildfläche verschwand, die Zucht von Reit- statt Ackerpferden zunahm und der Sport stärker in den Fokus geriet.

Die Vereine schafften aber auch die Rahmenbedingungen, die noch heute Bestand haben. So steht bspw. in der Satzung der Pferdesportregion Harzvorland ausdrücklich, dass alle angeschlossenen Vereine verpflichtet sind, hinsichtlich der ihnen anvertrauten Pferde die Bedürfnisse des Tierschutzes zu beachten, insbesondere die Pferde ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen zu ernähren, zu pflegen und verhaltens- und tierschutzgerecht unterzubringen. Den Pferden ist ausreichend Bewegung zu ermöglichen. Die Grundsätze verhaltens- und tierschutzgerechter Pferdeausbildung sind von allen Reiterinnen und Reitern sowie allen weiteren Pferdesportlern zu wahren. Damit haben die in Vereinen organisierten Pferdesportler einen klaren Rahmen, in dem sie sich bewegen können und dürfen. Unabhängig davon hat kein Pferdesportler ein Interesse daran, sein geliebtes Pferd, für das er eine Menge Geld und Zeit aufwenden muss, zu überfordern oder gesundheitlich zu gefährden.

In den letzten Jahren lässt sich jedoch auch ein anderer Trend beobachten. Man möchte die Arbeit so gering wie möglich halten und dabei maximalen Erfolg verzeichnen. Man möchte sich nicht an einen Verein binden und für die Gemeinschaft da sein. Stattdessen macht man sein eigenes Ding – ohne Regeln.  Das damit die Kosten steigen, wird billigend in Kauf genommen. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, folgt das Angebot, manchmal auch nur, um Profit auf Kosten der Pferde zu machen. Ob „Reiten lernen in vier Wochen“ als Urlaubsevent oder „Kaufen Sie bei mir ein Pferd, hat ihr Kind in kurzer Zeit Erfolg“. Gerade Laien fallen oft auf dubiose Angebote herein.

Der Pferdesport ist vielfältig und facettenreich. Die Ausbildung unterscheidet sich. Das Wohl der Pferde sollte aber immer an oberster Stelle stehen. Ausnahmen und „schwarze Schafe“ wird es wie überall immer geben. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Vereine verantwortungsvoll in der Ausbildung Bestand haben und regulierend einwirken können.


Pferdesportregion Harzvorland e.V. gut gestartet

Ordentliche Mitgliederversammlung lobte Engagement

Seit dem 11.01.2019 ist die Eintragung im Vereinsregister vollzogen und schon wurde zur 1. ordentlichen Mitgliederversammlung  der Pferdesportregion Harzvorland e.V. (PSR-Harzvorland) in den Saal des Herzog Heinrichs Restaurants in Wolfenbüttel geladen. In einer kurzen Zusammenfassung schilderte Vorsitzende Ingrid Siemens den Delegierten die bisherigen Aktivitäten von der Gründungsversammlung bis heute. Besondere Erwähnung fanden dabei die bereits durchgeführten Regionsmeisterschaften in Liebenburg, aber auch die Zusammenarbeit mit Vereinen und benachbarten Regionen..

In den folgenden Berichten der Vorstandsmitglieder wurden die Aktivitäten für den Dressur- und Springnachwuchs sowie die Förderung von Talenten dargestellt. Ob Theorie oder Praxis, die Angebote für Nachwuchs, aber auch für fortgeschrittene Pferdesportler ließ keine Wünsche offen. Auch für Kinder und Jugendliche gab es eine Vielzahl von Aktivitäten, die weit über das sportliche Programm hinaus gingen. So wurde hier bspw. eine gemeinsame Busfahrt zum Landesjugendtag nach Stadthagen organisiert und von der PSR-Harzvorland gefördert.

Aus den Reihen der Mitglieder wurden Vorschläge aufgenommen, die in die zukünftige Arbeit einfließen sollen. So wird eine Möglichkeit gesucht, künftige Turniertermine und Veranstaltungen einfacher abzustimmen, aber auch die Internetpräsenz einiger Vereine soll verbessert werden. Auch dabei wird die PSR-Harzvorland unterstützend tätig sein.

Zusammenfassend wurde festgestellt, dass die Vereine durch den anstehenden Wegfall der bisherigen Gliederungsebenen Bezirk und Kreis und der Schaffung der PSR-Harzvorland besser vertreten werden. Insgesamt haben sich aktuell bereits 33 Pferdesportvereine mit über 2700 Mitgliedern der PSR-Harzvorland angeschlossen. Weitere Informationen sind unter www.psr-harzvorland.de erhältlich.


Pferdesportregion Harzvorland e.V. bündelt Kompetenzen

Neugründung schafft neue Strukturen im Pferdesport

 

Im November 2018 hat sich die Pferdesportregion Harzvorland e.V. (PSR Harzvorland) gegründet. Angeregt durch den Landesverband Hannover hat sich als Vorreiter der Bezirksreiterverband Braunschweig aufgelöst. An dessen Stelle haben sich drei Regionen gebildet. Zielsetzung ist, Verwaltung zu reduzieren und Kosten zu senken, dabei aber die Vereine wirkungsvoller zu unterstützen. Die Regionen stellen zukünftig die direkte Verbindung zwischen Vereinen und Landesverband dar.

 

„Die Gründe für die Reform sind vielseitig“, so Pressesprecher Hans-Joachim Hoffrichter. „Der Kostendruck auf die Vereine wächst stetig. So sind nicht nur die Futterkosten in den letzten Jahren enorm gestiegen, Auch die Entsorgungskosten für Pferdemist stellen mittlerweile einen hohen Kostenfaktor dar. Zudem ist die Bereitschaft gesunken, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen. So konnten in einigen Kreisverbänden Vorstandsposten zum Teil schon nicht mehr besetzt werden. Die Auflösung der bisherigen Kreisverbände ist folgerichtig der nächste Schritt.“

 

Mit der neu geschaffenen PSR Harzvorland wurde nun in der Region ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung vollzogen. Schlanke Strukturen und klare Zuständigkeiten erleichtern den Vereinen, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Unterstützt wird der neue Vorstand durch angegliederte Kompetenzteams, die sich aus Fachleuten der einzelnen Sparten zusammensetzen. So ist ein hohes Maß an fachlicher Qualifikation in der Region gewährleistet.

 

Zu den Aufgaben der PSG Harzvorland gehört organisatorische Planung, wie die Abstimmung von Veranstaltungsterminen. Dazu kommt die gezielte Förderung von pferdesportlichem Nachwuchs, bspw. durch spezielle Lehrgangsangebote und die Aus- und Weiterbildung für Ausbilderinnen und Ausbilder. Meisterschaften, Hilfe bei Vereinsgründungen sowie Unterstützung und Beratung der Vereine in allen Belangen des Pferdesportes, Vertretung gegenüber dem Landesverband und Förderung der Jugendarbeit bilden weitere Schwerpunkte.

 

Die PSR Harzvorland vertritt aktuell schon über 30 Pferdesportvereine aus den bisherigen Kreisen Goslar, Salzgitter und Wolfenbüttel. Aktuelle Informationen sind auch auf der Homepage unter www.PSR-Harzvorland.de zu finden.